Siegfried V. Lutz

  1. Über die Lebensumstände von Siegfried von Lutz war bisher nichts bekannt. In keinem Lexikon konnte man etwas über ihn erfahren. Bis sich vor kurzem der Sohn des Autors, Günther Lutz, beim Verlag meldete. Ihm verdanken wir die Informationen zum folgenden Lebensabriß und das Hochzeitsfoto von Siegfried Lutz und seiner Gattin Erna. Die Bücher von Siegfried V. Lutz zählen immer noch zu den Rarissima des antiquarischen Buchhandels, und wir freuen uns, den BLITZTRUST der Vergessenheit entrissen zu haben.
  2. Siegfried Viktor Lutz wurde am 5. Juli 1886 in Zwickau geboren. Sein Vater war der aus Sinsheim (Baden) gebürtige Methodistenprediger Philipp Lutz, seine Mutter Sophie Lutz, geb. Garnier. Siegfried, der fünf Geschwister hatte, besuchte Schulen in Zwickau, Delmenhorst und Chemnitz. Mit sechzehn Jahren begann er Groschenhefte zu schreiben (über Reihen und Titel liegen leider keine Informationen vor). 1907 erschienen zwei Krimis von ihm im Otto Zöphel Verlag (Der Blitz-Trust, ein phantastischer Detektiv-Roman, wurde 2004 im Verlag Lindenstruth nachgedruckt).
  3. Gutes Geld verdiente Lutz mit der Übersetzung und Bearbeitung von Bühnenstücken wie Die goldene Ritterzeit von Charles Marlowe (1910), Napoleon Bonaparte und seine Frauen von William Gorman Wills (1912) oder Im Schatten der Guillotine von Arthur Shirley (1913). Die Stücke wurden nicht nur in großen Theatern, sondern auch in Zusammenarbeit mit Sarasani und Hagenbeck im Krone-Bau in München aufgeführt. Lutz sprach sehr gutes Englisch und hatte zeitweise eine Zweitwohnung in London.
  4. Im Ersten Weltkrieg diente er als Flugzeugführer der 2. Marine-Feldfliegerabteilung in Berlin-Marienfelde und wurde in Flandern eingesetzt.
  5. 1919 wurde sein Sensations-Schauspiel Um eine Krone oder das Ende eines Königreichs in Buckow aufgeführt. 1920 schrieb er das Drehbuch zu dem phantastischen Kriminalfilm in zwei Teilen Die Maske des Todes (Teil 1: Der Mann mit dem Silberskelett, Teil 2: Das Geheimnis der Zisterne). Am 11. Mai 1920 heiratete Lutz die Operettensängerin Erna Lehmann in Lübeck, wo er als Theaterregisseur arbeitete. Sie hatten zwei Söhne (Wolfgang Siegfried und Günter Philipp). In den 20er Jahren betrieb Lutz das Schlossparktheater in Berlin. In den 30er Jahren führte er UFA-Filmtheater in Ludwigshafen, Mannheim und Essen. 1942 wurde sein Kino wie auch seine Wohnung in Mannheim ausgebombt. Nach dem Krieg führte er das Filmtheater "Pfalzbau" in Mannheim bis zu seinem Tod am 8. Juli 1958 durch einen Schlaganfall.
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